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Ing. Christian Meusburger

Bereichsleiter für Tierhaltung und Pflanzenbau in der Landwirtschaftskammer Vorarlberg

29 Jahre Berufserfahrung als Berater bei der Landwirtschaftskammer Vorarlberg

Nebenerwerbslandwirt: Heumilchbetrieb und Schafhaltung in Andelsbuch

Imker und Jäger

Biodiversität – „Jeder kennt sie, viele sprechen darüber!?“

Ein Beitrag, um mehr zu diesem Thema in der Region Vorarlberg/Bregenzerwald zu erfahren.

 

Biodiversität - Vielfalt an Leben. Die Biodiversität umfasst drei Vielfaltsbereiche:

Artenvielfalt Die Artenvielfalt auf unserer Erde umfasst etwa 1,9 Millionen Tier- und Pflanzenarten, wobei mehr als die Hälfte Insektenarten sind. Laufend werden neue Arten entdeckt – hauptsächlich im Boden, in der Tiefsee und in den Tropen. Die uns bekannten Arten sind aber nur die Spitze des Eisberges. Wissenschaftler schätzen, dass es zwischen 5 und 30 Millionen Arten auf der Welt gibt. Das heißt, es gibt noch viel zu entdecken.

Genetische Vielfalt Unter genetischer Vielfalt versteht man die Vielfalt innerhalb einer Art, also wie viele Rassen bzw. wie viele Sorten es von einer Art gibt. Durch eine hohe genetische Vielfalt können sich Arten leichter an geänderte Lebensbedingungen anpassen. Einerseits durch Evolution/Entwicklung oder andererseits durch gezielte Züchtung. Wildarten (in der Natur vorkommend, nicht gezüchtet) und alte Sorten bzw. Rassen stellen eine enorme genetische Ressource dar und sind vor allem für Anpassungen an sich rasch ändernde Klimabedingungen essentiell.

Vielfalt an Lebensräumen Die Vielfalt an Lebensräumen ist der wichtigste Teil der Biodiversität, da es ohne Lebensräume keine Tier- und Pflanzenarten geben kann. Jede Art hat unterschiedliche Lebensraumansprüche. Je vielfältiger ein Lebensraum, umso mehr verschiedene Arten können dort leben. Ein vielfältiger Lebensraum hat nicht nur positive Auswirkungen auf die Artenvielfalt, sondern macht die landwirtschaftliche Produktion auch robuster gegen Schädlingsdruck. Zum Beispiel ist ein Mischwald weniger anfällig gegen den Borkenkäfer als reine Fichtenwälder. Wir sind umgeben von verschiedensten Lebensraumtypen wie Grünland, Acker oder Wald und allein durch unterschiedliche Standortbedingungen (trocken, sauer, basisch, mager, fett usw.) entstehen innerhalb dieser Lebensräume noch weitere. Neben land- bzw. forstwirtschaftlich genutzten Lebensräumen stellen auch Raine, Gebüsche/Sträucher, Moore und sogar felsige Bereiche und Ruderalfluren, wie Schotter, Kies und Schutt, wichtige Lebensräume dar.

Ein Blick auf die Landnutzung in Vorarlberg und den Bregenzerwald zeigt, welchen Beitrag Landwirte für die Artenvielfalt leisten.

Die Auseinandersetzung mit der Biodiversität soll jeden und jede Person inspirieren seinen/ihren Beitrag zum Erhalt und der Förderung der Artenvielfalt im eigenen Wirkungskreis zu leisten.