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Evelyn Fink-Mennel

Evelyn Fink-Mennel (geb 1972, Andelsbuch) lehrt und forscht heute an der Stella Musikhochschule (ehemals Vorarlberger Landeskonservatorium) am dortigen Zentrum Folk und Volksmusikforschung Bodenseeraum -  sowohl zur regionalen Volksmusik als auch der österreichweiten Folkbewegung. Sie absolvierte an der mdw in Wien ein Violinstudium-Pädagogik (mit Diplomarbeit zum „Jodler im Bregenzerwald, 1998) und Kulturmanagement und war dann bis 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrende am Wiener Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie (mdw).

      Mit der Rückkehr nach Vorarlberg 2010 bringt sie als Forscherin, Musikvermittlerin und Musikerin in verschiedenen Formaten (Mitmachformate wie Jodel-Workshops, Offene Singen, Musikwerkstätten, Mit-tanzen oder Gesprächskonzerte und Liederbuchpublikationen) ihre Forschungserträge ansteckend vermittelt und einordnend kommentiert wieder zurück in den zeitgenössischen musikalischen Gebrauch von Jung und Alt.

 

Oder wie Meinrad Pichler es 2015 formulierte: „In jüngster Zeit ist besonders Evelyn Fink-Mennel theoretisch und praktisch darum bemüht, der Vorarlberger Volksmusik nach Jahrzehnten der politischen Inanspruchnahme und kommerziellen Nivellierung alte Bedeutung und neuen Klang zu geben.“

      www.evelynfinkmennel.at

„Folk“ in Vorarlberg.

Zum Profil eines wenig bekannten Genres der jüngeren Vorarlberger Musikgeschichte seit den 1970er Jahren bis heute.

Neben den bereits gut erforschten Szenen und Spielarten von Jazz, Rock und Pop blühte im Vorarlberg der 1970er Jahre auch der „Folk“ als musikalisches Genre  engagierter, junger Studenten in Form der Liedermacherei (Protestsongs, Lieder mit Alltagsinhalten abseits von Heimattümelei) oder als Interpreten tanzbarer Rootsmusik. Über eine in den 1970ern im Studio Dornbirn produzierte Ö3-Folk-Sendung sowie im Rahmen verschiedener Folkfestivals im Vorarlberger Ober- und Unterland (das bekannteste war wohl jenes am Gebhardsberg) trug „Folk“ das seine bei zum musikalischen Aufbruch in Lande.

Auch wenn das Genre nicht die Strahlkraft seiner Geschwister Jazz/Rock/Pop hatte und bereits in den 1980er Jahren als Bewegung verschwand, so sind die Entwicklung von „Austropop“ und der „Neuen Volksmusik“ ohne „Folk“ nicht denkbar. Auch verdanken wir den Liedermachern der Folkbewegung die Wiederaufnahme der deutschen Sprache/des Dialekts als gesungene Liedsprache, nachdem sich die politisierte Nachkriegsgeneration in den 1960er Jahren an den anglo-amerikanischen Musikvorbildern nicht nur in Habitus und Lebensgefühl, sondern auch deren englischsprachigen Liedern orientierte. „Köhlmeier&Bilgeri“ oder „Stemmeisen&Zündschnur“ werden als frühe und bis heute bekannte Beispiele der Vorarlberg-Bewegung mittels Videos und Interviews aus der Feldforschung näher beleuchtet.