Zum Profil eines wenig bekannten Genres der jüngeren Vorarlberger Musikgeschichte seit den 1970er Jahren bis heute.
Neben den bereits gut erforschten Szenen und Spielarten von Jazz, Rock und Pop blühte im Vorarlberg der 1970er Jahre auch der „Folk“ als musikalisches Genre engagierter, junger Studenten in Form der Liedermacherei (Protestsongs, Lieder mit Alltagsinhalten abseits von Heimattümelei) oder als Interpreten tanzbarer Rootsmusik. Über eine in den 1970ern im Studio Dornbirn produzierte Ö3-Folk-Sendung sowie im Rahmen verschiedener Folkfestivals im Vorarlberger Ober- und Unterland (das bekannteste war wohl jenes am Gebhardsberg) trug „Folk“ das seine bei zum musikalischen Aufbruch in Lande.
Auch wenn das Genre nicht die Strahlkraft seiner Geschwister Jazz/Rock/Pop hatte und bereits in den 1980er Jahren als Bewegung verschwand, so sind die Entwicklung von „Austropop“ und der „Neuen Volksmusik“ ohne „Folk“ nicht denkbar. Auch verdanken wir den Liedermachern der Folkbewegung die Wiederaufnahme der deutschen Sprache/des Dialekts als gesungene Liedsprache, nachdem sich die politisierte Nachkriegsgeneration in den 1960er Jahren an den anglo-amerikanischen Musikvorbildern nicht nur in Habitus und Lebensgefühl, sondern auch deren englischsprachigen Liedern orientierte. „Köhlmeier&Bilgeri“ oder „Stemmeisen&Zündschnur“ werden als frühe und bis heute bekannte Beispiele der Vorarlberg-Bewegung mittels Videos und Interviews aus der Feldforschung näher beleuchtet.